stadt als gemeingut

THEORIEWERKSTATT UND MAPPINGSPAZIERGANG
Mit Mathias Heyden
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Die Stadt und das gute Leben", Camera Austria Graz, 2020

Ziel des Workshops war es, zu verdeutlichen, wie sehr manche Initiativen und Projekte durch städtisches Gemeinschaffen geprägt sind, ohne dass die beteiligten Akteur°innen dies so beschreiben würden. Im Zusammenhang mit der Perspektive auf die Stadt als Gemeingut gilt es in jedem Fall zu überdenken, was ein für alle wirksames Handeln in der gebauten Umwelt bedeutet und was dies für die Pflege gemeinschaftlicher Ressourcen zur Folge hat. In diesem Zusammenhang sind wir aufgefordert, die Architektur der Stadt als eine Angelegenheit kollaborativer Praktiken zu sehen: als ein Zusammenwirken aller, die jede für sich über ein jeweils wichtiges Wissen über ihre Stadt verfügen.

Am ersten Tag wurde zunächst mit Texten zum Thema Stadt als Gemeingut, am zweiten Tag an konkreten Orten in Graz-Eggenberg gearbeitet. Hier entstehen derzeit – von der Öffentlichkeit wenig beachtet – zum einen mehrere sehr grosse Stadterweiterungen, finanziert durch Landankäufe internationaler Immobilienentwickler°innen, und zum anderen kleine, selbstverwaltete Strukturen, die im Stadtteil Eggenberg versuchen, durch soziale, kulturelle und politische Arbeit nachbarschaftliche und solidarische Gefüge zu erhalten.

diestadtunddasguteleben.at/e/workshop-stadt-als-gemeingut

camera-austria.at/ausstellungen/site-specific-public-lessons-die-stadt-das-gute-leben

smartcitygraz.at

spatial commons. die nachbarschaft und ihre gewerberäume als sozial-räumliches gemeingut

PUBLIKATION UND BILDUNGSMATERIAL
Herausgegeben mit Anna Heilgemeir, Nada Bretfeld, Jörg Stollmann und dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung
Chair for Urban Design and Urbanization, Universitätsverlag der TU Berlin 2020

Der sogenannte Wrangelkiez in Kreuzberg ist eines der am stärksten von Gentrifizierung bedrohten Stadtviertel Berlins, verfügt aber zugleich über eine der widerstandsfähigsten Bewohnerschaften der Stadt. Die urbane Nachbarschaft wird in der vorliegenden Publikation unter dem Gesichtspunkt der Commons und des (Dis-)Commonings betrachtet. Dies geschieht aus dreierlei Perspektiven: Planung, Gemeinwesenarbeit und Bildungsarbeit. In der vorliegenden als Bildungsmaterial und Forschungsdokumentation zugleich konzipierten Publikation wird die Nachbarschaft auf ihre Potentiale ihrer Re-/Produktion von sozial-räumlichen Beziehungsgeflechten, Zugangssystemen aber auch in Bezug auf die Risiken der Abschöpfung nachbarschaftlich hergestellter "Güter" untersucht

Die Publikation wurde durch Weiterbearbeitung der Ergebnisse des Recherche- und Kartierungsseminars „Spatial Commons. Immer noch hin und weg vom Kiez“ erstellt sowie auf Grundlage der Ergebnisse des "Fachtags zur Bedeutung von Gewerberäumen als Orte des Gemeinschaffens für die Nachbarschaft" im November 2018.

Texte und Grafiken: Nada Bretfeld, Anna Heilgemeir, Friedrich Lammert, Dagmar Pelger, Philip Schläger
Lektorat: Blanka Stolz
Layout Atlas: Zara Pfeiffer
Layout Heft: Daniela Mehlich

depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/7521

weltkulturerbe, milieuschutz-plus oder alles muss raus ?

WERKSTATT UND OFFENES FORUM
zur Bedeutung von Gewerberäumen für urbane Nachbarschaften
Mit Anna Heilgemeir und Nada Bretfeld
In Kooperation mit dem Kiezanker 36, dem Bildungswerk Berlin der Heirich-Böll-Stiftung und dem NaGe-Netz Kreuzberg
Chair for Urban Design und Urbanization, TU Berlin 2018

Zahlreiche Nachbarschaften in Berlin stehen unter Druck: Die Folgen von Gentrifizierung und Finanzialisierung sind für Gewerbemieter°innen ebenso existenzbedrohend wie für Wohnungsmieter°innen. Nahversorgung, Geschäfte und Läden, lokale Dienstleistung und kleingewerbliche Betriebe, aber auch soziale Einrichtungen werden zunehmend verdrängt.

In einem Atlas der Nachbarschaften im Wrangelkiez wurden Gewerberäume als Orte des Gemeinschaffens sichtbar gemacht. Auf dieser Basis wird in einer Werkstatt zur Reichenberger und Oranienstraße in Berlin Kreuzberg ein Manifest zum Schutz von Gewerberäumen erarbeitet und am Abend vorgestellt.

Inputs zu Aufwertungs- und Verdrängungsprozessen, Aushandlungsformaten und Verwaltungsmodellen geben Andrej Holm (HU Berlin), Lisa Marie Zander und Renée Tribble (Planbude Hamburg) sowie Meike schalk (KTH Stockholm). Die Positionen werden in einem offenen Forum mit Nachbarschaft, Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung diskutiert.

depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/7521
cud.tu-berlin.de/topics/spatial-commons-5-noch-immer-hin-und-weg-vom-kiez

werk

PRAXIS DESIGN EXPERIMENT
Mit Franziska Dehm, Julia Englert, Felix Egle, Dorothee Halbrock, Luc Knödler, Nina Manz, Kirsten Plöhn, Antje Stokman, Reneé Tribble, Kathrin Wildner, Veit Wolper und vielen mehr ....
In Kooperation mit dem HALLO: Verein für raumöffnende Kultur, der HCU/Architektur+Landschaft & Kultur der Metropole und der Schaltzentrale (experimentelles Stadtteilbureau), 2019

Für WERK bietet das Zählerwerk mit derzeit 4.200 qm viel Raum für unterschiedliche Nutzungen. Zusätztlich kann es mit einer geplanten Aufstockung des bestehenden Gebäudes um zwei Etagen auf rund 6.000 qm Bruttogeschossfläche erweitert werden. Auf fünf Etagen und zusätzlichen Kellerräumen wird WERK eine innovative Funktionsvielfalt ermöglichen: von Bewegungs-, Probenund Sporträumen im und vor dem Haus über Kantine, Veranstaltungsorte, Arbeitsplätze und gemeinschaftlich genutzten Werkstätten ist alles dabei. Zu leistbaren Konditionen bieten wir sowohl langfristig Räume als auch öffentliche Angebote für Menschen, die in Gemeinschaft aktiv werden wollen.

Zu den potentiellen Nutzer°innen gehören Gruppen mit Bewegungs- und soziokulturellen Angeboten (z.B. Hajusom e.V., Tanzgruppen), soziale Träger (z.B. inklusive Tagesförderstätte der Evangelischen Stiftung Alsterdorf), Sportvereine (z.B. Rudervereinigung Bille), innovative Mobilitätsinitiativen (z.B. XYZ Lastenradproduktion) und offene Werkstätten, die sich in ihren Funktionen gegenseitig unterstützen.

WERK wird in enger Zusammenarbeit mit vorrangig lokalen Akteur°innen entwickelt, mit denen parallel zur Sanierung des Gebäudes das Raumprogramm geplant und umgesetzt wird.

hallohallohallo.org/de/werk

immer noch hin und weg vom kiez

SPATIAL COMMONS 5
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Mit Anna Heilgemeir
In Kooperation mit dem Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez und Studierenden der ASH Berlin im Master Soziale Praxis, Nada Bretfeld und Prof. Esra Erdem sowie dem MAZI Forschungspiloten Berlin
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2017

Ausgehend von der These, dass Nachbarschaft als physischer Raum und Nachbarschaft als immaterielles Beziehungsgefecht über die im Raum stattfindenden Handlungen der Nachbarn täglich von Neuem als sozialräumliches Gemeingut reproduziert wird, möchten wir das Konzept der Commons mit den Überlegungen zur Nachbarschaft überlagern.
Hierfür sollen die Übergangsräume zwischen Strasse und Haus, Trottoir und Wohnung oder Garten und Park als nachbarschaftliche Schwellenräume jenseits von Öffentlich und Privat lesbar gemacht werden. Diese gemeinschaftlich genutzten Räume im Übergang zwischen Innen und Außen, in denen ge-, ver- und ausgehandelt, getauscht, geteilt, verweilt und erinnert wird, stehen unter zunehmendem Druck.

Die kartografsche Analyse soll Fragen an die Nachbarschaft entwickeln, die zur Vorbereitung einer weiterführenden Studie in Zusammenarbeit mit den Expert°innen, Nachbar°innen und Initiativen vor Ort Möglichkeitsräume für eine gemeinschaftsbasierte Stadtraumproduktion im Kiez erhalten und öffnen soll.

Studierende: Franziska Bittner, Nathalie Denstorff, Yannik Olmo Hake, Florian Hauss, Katharina Krempel, Nija-Maria Linke, Ana Martin Yuste und Mateusz Rej.

https://www.cud.tu-berlin.de/topics/spatial-commons-5-noch-immer-hin-und-weg-vom-kiez

hin und weg vom kiez

SPATIAL COMMONS 4
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Mit Anna Heilgemeir und Katharina Hagg
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2016

Im Seminar sind wir den Spuren möglichen (Dis-)Commonings an zentralen Orten im Kiez nachgehen um herauszufinden, mit welchen Mitteln der urbane Raum als Ort der Interaktion und Teilhabe gemeinschaftlich erzeugt und erhalten wird oder werden kann und wodurch sich die somit genutzten oder auch erst geschaffenen Raumressourcen auszeichnen.

In welchem Zusammenhang stehen Raumressource, potentielle Commoner und kooperative Praxis? Nicht zuletzt bildet diese Untersuchung die Ausgangslage für die Frage, wer sich der somit erzeugten Werte im Raum bedienen darf und wem sie als Gemeingut zur Verfügung gestellt werden müssen.

Studierende: Ioanna Giannakopoulou, Sebastian Kunz, Friedrich Lammert, Phil von Lueder, Nina Peters, Lucas Rauch, Jim Reifferscheid, Philip Schläger

neighbourhood mapping: süd-& südoststadt

KARTIERUNGSSEMINAR UND NACHBARSCHAFTSAUSSTELLUNG
(NEIGHBOURHOOD MAPPING II)
Mit Angelika Jäkel, Ekut.Lab, und Adrian Fischer, Fachgebiet Kunstgeschichte
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2015

Bei der vergleichenden Untersuchung der ‚alten‘ Südstadt und der ‚neuen‘ Südoststadt Karlsruhes geht es uns um die räumlichen Aspekte des Begriffs „Nachbarschaft“: räumliche Nähe, Beziehungsgeflechte und ihre räumlichen Ausprägungen, Prozesse der Vergemeinschaftung, Aneignungspotenziale im gemeinschaftlich geteilten Raum und insbesondere die graduellen Übergänge zwischen privat und öffentlich in hochverdichteten städtischen Wohngebieten. Am Beispiel der aneinandergrenzenden Stadtteile wollen wir insbesondere durch deren Unterschiedlichkeit in Raum-, Bewohner- und Infrastruktur Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen sozialen Beziehungsgeflechten einerseits und konkret räumlichen Bedingungen von Nachbarschaft andererseits gewinnen.

neighbourhood mapping: passagehof

KARTIERUNGSSEMINAR UND SCREENING-RUNDGANG
(NEIGHBOURHOOD MAPPING 1)
Mit Angelika Jäkel, Ekut.Lab
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2015

Ziel des Seminars war es, an Hand einer Suchmatrix die nachbarschaftlichen Orte ebenso wie nachbarschaftliche Gruppen als kleinste Einheit von Stadt am Beipiel des Passagehofs, einem heterogenen Baublock in der Innenstadt Karlsruhes, zu identifizieren. Mittels verschiedener „mappings“ wurden räumliche und soziale Parameter der beobachteten, befragten und analysierten Nachbarschaften grafisch dargestellt. Ausgehend von einer thematisch sich zuspitzenden Bestandsaufnahme wurden die Kartierungen in subjektive Interpretationen übertragen. Eine interpretierende Lesart der eigenen Zeichnungen durch die BearbeiterInnen half, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen unterschiedlicher nachbarschaftlicher Raumkategorien differenzierter herauszustellen. So ergab sich für jede der sechs erarbeiteten Methoden eine spezifische Darstellungsweise, die über die Bestandsaufnahme hinausweist, ohne bereits Vorschläge zu formulieren.