fem*map berlin

MAPPING CAMP
Mit Martha Wegewitz und Julia Köpper
In Kooperation mit Katharina Koch und Sylvia Sadzinski, alpha nova & galerie futura, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Feministische Wohngeschichte(n) für die Zukunft. BERLIN, BAUHAUS und DARÜBER HINAUS“
Chair for Urban Design and Urbanization, TU Berlin 2020

Was bedeutet die feministische Aneignung von (Stadt-)Raum für eine kritische Planungspraxis? Welche Rolle spielen Frauen° in Architektur, Planung und Stadtpolitik?

Student°innen des CUD haben sich im Rahmen eines Seminars im SoSe2020 mit den in der Ausstellung „Eine feministische Perspektive für Berlin heute! Wie könnte eine nicht-sexistische Stadt aussehen?“ gezeigten künstlerischen Positionen zu feministischen Räumen, Praxen und Visionen in Architektur und Stadtplanung auseinander gesetzt.

Kartierung: Natasha Nurul Annisa, Laura Juliana Garcia Leon, Jörn Gertenbach, Maximilian Hinz, Tildem Kirtak, Katrina Malinski, und Jessica Voth (TU Berlin) gemeinsam mit Péter Máthé, Ana Maria Rodriguez Bisbicus und Lara Stöhlmacher (UDK Berlin)

galeriefutura.de/feministische-wohngeschichten-teil-2

cud.tu-berlin.de/topics/femmap-berlin

ausgrabungen für die zukunft

SPATIAL COMMONS 10
URBAN DESIGN STUDIO
Mit Steffen Klotz
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2020

Besonders in seiner historischen Mitte zeigt sich Berlin durch das Nebeneinander, Übereinander, manchmal auch Durcheinander verschiedenster Zeitzeugnisse im Raum als eine Stadt im ständigen Werden. Im freien Blick auf dieses Raumsystem werden Spuren, Schichtungen und Erzählungen lesbar und Stadt wird aneigenbar. Die Umgebung des heutigen Molkenmarkts: mittelalterlich anmutenden Stadthäuser in Plattenbauweise, Shoppingmallfassaden in rosa Sichtbetonrüschen, ein als Barockschloss getarnter Museumsneubau, elfgeschossige Wohnriegel am Fernsehturm, ein Botschaftsgebäude aus Limousinenglasfenstern an der Spree. Zwischen den Fragmenten aus Kriegszerstörung und sozialistischem Wiederaufbau liegt heute als Resultat eine große Verkehrsader, in der sich der Blick weitet und die bald bebaut werden soll. Wir untersuchen und entwerfen im Studio mögliche Zukünfte aus den Freilegungen der Zeitschichten und stellen uns die Frage, welch eine Stadt für alle an diesem dicht befahrenen, bewohnten, besuchten und erinnerten Ort denkbar ist. Moderne, Gründerzeit, Instandbesetzung, Brutalismus, Funktionalismus, Real Estate Development - welche Architektur kann ausdrücken, wie wir in Zukunft leben wollen? Welche Rolle spielen Meinwohl, Deinwohl und Gemeinwohl im Programm der Stadt von Morgen?

Mappings und Modelle sind die Werkzeuge, mit denen wir uns im Maßstab von 1:1000 bis 1:1 auf die Suche nach Spuren vergangener Raumproduktionen machten, die heute als spekulative Szenarien entwurflich gedeutet und zu einem gemeinsam erstellten alternativen ‚Planwerk des Innersten der Stadt‘ ausgearbeitet werden.

Kartierung Quadrant X4: Geord Debus, Verdiana Greco, Chiara Hochlenert, Oskar Mehlitz

micromapping. eigentum im bille-land

MAPPING CAMP
Mit Prof. Kathrin Wildner, Janina Kriszio, Sara Lusic-Alavanja und Julia Englert
In Kooperation mit dem HALLO: Verein für raumöffnende Kultur und PARKS Hamburg
Professur Kultur der Metropole, HCU Hamburg 2019

Die im Rahmen des Erasumus + Projektes The Value of Humanities stattfindende interdisziplinäre Lehr -Forschungsveranstaltung hatte zum Ziel, Analysemethoden aus verschiedenen Fachbereichen der HCU zusammenzubringen und in eine kulturwissenschaftlichen Perspektive einzubetten. Wir wollten gemeinsam herausfinden, wie planende, entwerfende, konstruierende und untersuchende Praktiken in eine kritische stadtforscherische Haltung integriert werden können.

Der Raum um die Bille im Hamburger Osten bildet den Kontext der Untersuchungen. Ein ehemaliger Recyclinghof wird im Rahmen eines kooperativen Planungsprozesses zwischen Behörden, Nachbarschaft und dem im Kraftwerk Bille ansässigen HALLO: e.V. als neuer landschaftlicher Baustein des Alster-Bille-Elbe-Grünzugs gemeinwohlorientiert entwickelt. Wir haben den Aktivitäten, Geschichten und Plänen vor Ort als Prozesse der Um-, Ent-, Ver- oder Aneignung mittels kartografischer Werkzeuge in ihren zeitlichen, räumlichen, sozialen und materiellen Schichtungen und Verwebungen nachgespürt.

Studierende: Andreas Meichner, Anna-Sophie Seum , Anna Suhr, Clara Sander, Daniel Matthias Fricke, Fred Volske, Jacob Scholz, Lisa Blümel, Lena Enne, Mareike Oberheim, Ronja Scholz, Sinan Sayar

geschichten.github.io/bille
valhuman.com/de/humanifesta/hamburg

liquid properties

SPATIAL COMMONS 9
URBAN DESIGN STUDIO
Mit Anna Heilgemeir
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2019

Die Rummelsburger Bucht ist einzigartig in der Berliner Stadtlandschaft: eine urbane Wildnis auf den letzten freien Wassergrundstücken des Berliner Ostens. Seit 2002 wird am ‚Bebauungsplan Ostkreuz‘ gearbeitet, der Investoren vorwiegend hochpreisigen Wohnungsbau sowie ein Aquarium als Touristenmagnet ermöglichen soll. Vor Ort sieht die alltägliche ‚Vision‘ ganz anders aus: Wohnsitzlosencamps, Sub- und Clubkultur, eine Floßstadt und pinke Flamingotretboote, umgeben von vorstädtischen Town- und Reihenhaussiedlungen mit fehlender sozialer Infrastruktur.

Im Entwurf werden wir die gesamtstädtische Sicht auf Berlin als Gemeingut mit den sozialen Raumproduktionen vor Ort zusammenführen. Die bauliche Dichte des B-Plans beibehaltend, soll programmatisch und räumlich über die Lage am Wasser völlig neu nachgedacht werden. Wie können liquide Vorstellungen von ‚Property‘ einen Städtebau denkbar machen, dessen stetiges Aneignen, Enteignen und Umeignen die Stadt für alle in die landschaftlichen Räume der Spree hinaus öffnet?

Ein enger Austausch mit Initiativen vor Ort - zu Land wie zu Wasser - und Ansprache von Politik und Verwaltung sollen den Entwurfsprozess begleiten.

Studierende Terrain Trust: Annika Knapp, Kira Knecht, Wojtek Szczepanik

Studierende Kartierung: Tobias Benkendorf, Clara Blum, Till Caspary, Louisa Hidanovic, Marianna Karakoste, Dilan Karatas, Annika Knapp, Kira Knecht, Jörn Kunze, Arantxa Menendez Ron, Leon Mohr, Kimberley Nguyen, Paul Ruhrmann, Charlotte Schmidt, Tobias Schmollack, Wojniech Szczepanik, Libia Szkada Figueiras, Daniela Viersbach Gordillo, Constantin von Ungerne-Sternberg, Yunshu Huang

mapping das haus der kulturen der welt - in der welt

SPATIAL COMMONS 8
METHODISCHES MAPPING STUDIO
Mit Séverine Marguin, Methodenlab des SFB
In Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 1265 “Re-Figuration von Räumen” und dem Haus der Kulturen der Welt, im Rahmen der Tagung « Mappings as Joint Spatial Display »
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2018

Im Rahmen eines methodischen Lehr-Forschungsprojekts wurde ein interdisziplinäres Experiment zwischen Soziologie und Städtebau zur Kombination verschiedener Kartierungstechniken durchgeführt, in dem die Synthese von qualitativer und quantitativer Datenerhebung erprobt wurde. Mit dem "Haus der Kulturen der Welt" als Forschungsobjekt wurde die Frage nach der Zugänglichkeit des HKW untersucht: Wie global oder lokal, wie inklusiv oder exklusiv ist das HKW? Um diese Frage auf räumlich-materieller, aber auch gesellschaftspolitischer Ebene zu beantworten, untersuchten wir die Verschränkung von architektonischer, urbaner und landschaftlicher Morphologie einerseits und Atmosphären der Zugehörigkeit oder Ausgrenzung andererseits. Ein Hands-on-Workshop vor Ort mit 48 Gästen - Besucher°innen, Nutzer°innen, Expert°innen, Wissenschaftler°innen, Student°innen - bildete die Grundlage für das methodische Experiment. Ergänzt durch Expert°inneninterviews, teilnehmende Beobachtungen, kollektive Workshops und Fragebögen wurde eine Serie von Karten erarbeitet, die Aspekte der Offenheit der Institution auf verschiedenen Maßstabsebenen thematisieren: Welt, Stadt, Umgebung und Gebäude. Die Karten zeigen inklusive und exklusive räumliche Systeme und werfen methodische Fragen nach "Mappings as Joint Spatial Displays" auf.

cud.tu-berlin.de/topics/spatial-commons-8

bille-land. wasser als sozialer raum

MAPPING CAMP
Mit Prof. Antje Stokmann
In Kooperation mit dem HALLO: Verein für raumöffnende Kultur, der Rudervereinigung Bille (1865) e.V. und Prof. Kathrin Wildner, Kultur der Metropole HCU
Professur Architektur + Landschaft, HCU Hamburg 2018

Am Beispiel des Billebogens im Hamburger Osten beschäftigen wir uns mit der Frage der Transformation von Wasserräumen als technischer Infrastruktur hin zu Wasser als sozialer Infrastruktur mit neuen Gebrauchswerten. Im Kontext finanzialisierter Stadtentwicklung stehen urbane Wasserräume zunehmend unter Druck. Im Verständnis einer koproduzierten Stadt, in der Nutzer_innen ebenso zur Stadtraumproduktion beitragen wie Planung und Politik, ist Wasser ein Gemeingut, das allen zugänglich sein sollte oder muss.

Vom 21. bis 26. Mai fand in der Schaltzentrale (experimentelles Stadtteilbureau) des HALLO: e.V. in Kooperation mit lokalen Akteur_innen im ehemaligen Kraftwerk Bille ein Mappingcamp statt. Wir erkundeten den Wasserraum der Bille mit Booten, fertigten groß- und kleinformatige Mappings an und erstellten Aufnahmen der uns umgebenden Geräuschkulissen in dieser von Industrie, Kreativpraxis und wartenden Nutzungen geprägten Wasserlandschaft.

Eine intensive Postproduktion der Maps, Audios und Datensammlungen mündete in einer Ausstellung im Rahmen der »HALLO: Festspiele« vom 3. bis 5. August. Das Seminar war interdisziplinär ausgerichtet und brachte Studierende aus Architektur, Urban Design und Kultur der Metropole zusammen, die aus unterschiedlichen Perspektiven fragten: Wie können den lokalen Akteur_innen als Co-Entwickler_innen des Raums um die Bille Werkzeuge in die Hand gegeben werden, die sie zu Mit-Planenden machen?

Kartierung: Justine-Lu Adam, Amrita Burmeister, Franziska Dehm, Julius Detlefsen, Johanna Dorn, Julia Marie Englert, Jana Etmann, Flora Fessler, Konstantin Glodzinski, Sureija Gotzmann, Tomma Groth, Marie-Therese Jakoubek, Felix Korganow, Björge Köhler, Nina Manz, Finn Martens, Iulia Miclea, Paul-Edgar Montanari, Kirsten Plöhn, Marian Rudhart, Kira Seyboth, Timo Volkmann und Adrianna Wyganowska

wohnhaft im verborgenen

SPATIAL COMMONS 6
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Mit Emily Kelling
In Kooperation mit dem Fachgebiet Planungs- und Architektursoziologie, Prof. Martina Löw
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2017

Anhand der sogenannten Hostelwirtschaft um Geflüchtete und Wohnungslose in Berlin untersuchten wir im Seminar, wie unter Bedingungen der Wohnungsnot von formalen Vorgaben zur Wohnqualität abgewichen wird und wie diese Abweichungen sozial und räumlich organisiert sind. Ziel war die Analyse der geltenden Codes und Conventions der Hostelwirtschaft und der jeweils relevanten sozialen, rechtlichen, räumlichen, ökonomischen und alltagspraktischen Strukturen, in die sie eingebettet sind, sowie die Analyse der Verkettung dieser Bereiche. Für dieses Vorhaben begannen wir mit einem intensiven Lektüreseminar, das der Erarbeitung einer gemeinsamen Forschungsperspektive diente. Darauf folgte eine Kombination aus sozialwissenschaftlichen und kartografischen Methoden, um das synergetische Potenzial aus den zwei Forschungsrichtungen zu erproben. Das Ergebnis ist eine sowohl sprachlich-textliche als auch visuell-graphische Erfassung der komplexen Beziehungsgefüge und ihrer räumlichen Strukturen in der Form schriftlicher Ausarbeitungen und eines Mappings, das die 17 Studierenden gemeinsam hergestellt haben.

Studierende: F. Biianu, E. Brandes, P. Bruckner, A. de Ruiter, V. Dobrun, F. Eichhorst, S. File, A. Gunia, C. Heidecke, D. Kryshen, F. Runge, A. Schütze, L. Wagner, J. Wulf. // Webseitendesign: Jonas Wulf

wohnhaftimverborgenen.cud.tu-berlin.de

cud.tu-berlin.de/topics/spatial-commons-6-wohnhaft-im-verborgenen

immer noch hin und weg vom kiez

SPATIAL COMMONS 5
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Mit Anna Heilgemeir
In Kooperation mit dem Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez und Studierenden der ASH Berlin im Master Soziale Praxis, Nada Bretfeld und Prof. Esra Erdem sowie dem MAZI Forschungspiloten Berlin
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2017

Ausgehend von der These, dass Nachbarschaft als physischer Raum und Nachbarschaft als immaterielles Beziehungsgefecht über die im Raum stattfindenden Handlungen der Nachbarn täglich von Neuem als sozialräumliches Gemeingut reproduziert wird, möchten wir das Konzept der Commons mit den Überlegungen zur Nachbarschaft überlagern.
Hierfür sollen die Übergangsräume zwischen Strasse und Haus, Trottoir und Wohnung oder Garten und Park als nachbarschaftliche Schwellenräume jenseits von Öffentlich und Privat lesbar gemacht werden. Diese gemeinschaftlich genutzten Räume im Übergang zwischen Innen und Außen, in denen ge-, ver- und ausgehandelt, getauscht, geteilt, verweilt und erinnert wird, stehen unter zunehmendem Druck.

Die kartografsche Analyse soll Fragen an die Nachbarschaft entwickeln, die zur Vorbereitung einer weiterführenden Studie in Zusammenarbeit mit den Expert°innen, Nachbar°innen und Initiativen vor Ort Möglichkeitsräume für eine gemeinschaftsbasierte Stadtraumproduktion im Kiez erhalten und öffnen soll.

Studierende: Franziska Bittner, Nathalie Denstorff, Yannik Olmo Hake, Florian Hauss, Katharina Krempel, Nija-Maria Linke, Ana Martin Yuste und Mateusz Rej.

https://www.cud.tu-berlin.de/topics/spatial-commons-5-noch-immer-hin-und-weg-vom-kiez

hin und weg vom kiez

SPATIAL COMMONS 4
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Mit Anna Heilgemeir und Katharina Hagg
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2016

Im Seminar sind wir den Spuren möglichen (Dis-)Commonings an zentralen Orten im Kiez nachgehen um herauszufinden, mit welchen Mitteln der urbane Raum als Ort der Interaktion und Teilhabe gemeinschaftlich erzeugt und erhalten wird oder werden kann und wodurch sich die somit genutzten oder auch erst geschaffenen Raumressourcen auszeichnen.

In welchem Zusammenhang stehen Raumressource, potentielle Commoner und kooperative Praxis? Nicht zuletzt bildet diese Untersuchung die Ausgangslage für die Frage, wer sich der somit erzeugten Werte im Raum bedienen darf und wem sie als Gemeingut zur Verfügung gestellt werden müssen.

Studierende: Ioanna Giannakopoulou, Sebastian Kunz, Friedrich Lammert, Phil von Lueder, Nina Peters, Lucas Rauch, Jim Reifferscheid, Philip Schläger

sozialutopische hybride

ENTWURFSLEHRE SEMINAR
Mit Niloufar Tajeri
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2016

Begleitend zum Bachelor Abschluss-Entwurfstudio Werk-Palast / Wohn-Fabrik haben wir uns der Fragestellung „Sozialutopie: Werkpalast / Wohnfabrik?“ mit dem Ziel genähert, den Entwurf mit Inputs zu Raumprogramm und Raumgefüge zu unterfüttern. Insgesamt 20 Analyseobjekte zu den Themen Sozialutopie, Werkpalast, Wohnfabrik wurden sowohl gebäudetypologisch analysiert als auch theoretisch kontextualisiert. Nach der Analyse wurden die unterschiedlichen Objekte miteinander „gekreuzt“, um gezielt programmatische Hybride zu gestalten.

werk-palast / wohn-fabrik

BACHELOR ABSCHLUSS - ENTWURFSTUDIO
Mit Niloufar Tajeri
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2016

Das Phalanstère, eine Sozialutopie des Theoretikers Charles Fourier, war als Ort gemeinschaftlichen Wohnens und landwirtschaftlichen oder industriellen Produzierens konzipiert, an dem die Menschen leben, lieben und arbeiten sollten. Der Einfluss der Ideen, die in dieser utopischen Miniaturstadt zum ersten Mal Ausdruck fanden, ist in vielen späteren Sozialutopien und auch in moderneren Ikonen des Wohnungsbaus wiederzufinden.

Wie könnte das Phalanstère heute als Ort gemeinschaftlichen Wohnens und Arbeitens neu interpretiert werden?

leer-raum / lern-raum

KARTIERUNGSSEMINAR
Begleitendend zum Entwurfstudio Campus 2.0: 1000 X Wohnen
In Kooperation mit dem KIT Zukunftscampus und Campus Living
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2015

Ein in die Zukunft gerichteter Blick auf den Campus als kollektiver Ort des Lernens und Forschens fokussiert auf die aussen- und innenliegenden Freiräume: Höfe, Auditorien, Straßen, Foyers, Terrassen, Auffahrten, Korridore, Treppenhäuser, Wiesen und Waldstücke.

Sie sollen als zusammenhängendes Raumsystem lesbar gemacht werden und Aufschluss geben über ein mögliches Weiterdenken der Raumressourcen als Räume, die in ihrer Leere als Potential erhaltenswert sind oder aber als Räume, die als gemeinschaftsstiftende Lernräume besetzt werden oder werden könnten.

Studierende: Florian Blohmke, Bahar Kalyoncu, Ruxandra Mocanu, Alexandra Prodan, Lisa Schnepper

neighbourhood mapping: süd-& südoststadt

KARTIERUNGSSEMINAR UND NACHBARSCHAFTSAUSSTELLUNG
(NEIGHBOURHOOD MAPPING II)
Mit Angelika Jäkel, Ekut.Lab, und Adrian Fischer, Fachgebiet Kunstgeschichte
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2015

Bei der vergleichenden Untersuchung der ‚alten‘ Südstadt und der ‚neuen‘ Südoststadt Karlsruhes geht es uns um die räumlichen Aspekte des Begriffs „Nachbarschaft“: räumliche Nähe, Beziehungsgeflechte und ihre räumlichen Ausprägungen, Prozesse der Vergemeinschaftung, Aneignungspotenziale im gemeinschaftlich geteilten Raum und insbesondere die graduellen Übergänge zwischen privat und öffentlich in hochverdichteten städtischen Wohngebieten. Am Beispiel der aneinandergrenzenden Stadtteile wollen wir insbesondere durch deren Unterschiedlichkeit in Raum-, Bewohner- und Infrastruktur Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen sozialen Beziehungsgeflechten einerseits und konkret räumlichen Bedingungen von Nachbarschaft andererseits gewinnen.

die mitte ist nicht leer !

SPATIAL COMMONS 3
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Mit Anna Heilgemeir
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2015
Ausstellung der Karte in 'Demo:Polis. Das Recht Auf Öffentlichen Raum' in der Akademie Der Künste Berlin (2016)

Wir haben uns eine Woche lang täglich von 8 bis 24 Uhr in der Mitte Berlins aufgehalten und die Leere zwischen Alexanderstraße und Schloßplatz kartiert. Vorbereitend wurden andere Mitten dieser Erde untersucht: vom Plac Defiliad in Warschau, über den Djema el Fna in Marrakech, les Halles in Paris, Anhangabau in Sao Paolo, Skanderbeg in Tirana, den Volksgarten in Wien, City Hall Parc New York bis zum Forum Romanum in Rom.

Ziel der handgezeichneten Karte ist es, den angeblich leeren Raum in ONE BIG MAP mit Erzählung zu füllen um mit den NutzerInnen, Passanten und Nachbarn, dem Senat, den Initiativen und Planerinnen in Kontakt zu treten und zu zeigen: Die Mitte ist nicht leer!

Kartierung: Alice Geletey, Kathrin Krell, Lukas Pappert, Mathias Pudelko, Jens Schulze, Tilmann Teske, Anna Kristin Vinkeloe und Martha Wegewitz.

die-mitte-ist-nicht-leer.org

neighbourhood mapping: passagehof

KARTIERUNGSSEMINAR UND SCREENING-RUNDGANG
(NEIGHBOURHOOD MAPPING 1)
Mit Angelika Jäkel, Ekut.Lab
Bauplanung und Entwerfen, Prof. Walter Nägeli, KIT Karlsruhe 2015

Ziel des Seminars war es, an Hand einer Suchmatrix die nachbarschaftlichen Orte ebenso wie nachbarschaftliche Gruppen als kleinste Einheit von Stadt am Beipiel des Passagehofs, einem heterogenen Baublock in der Innenstadt Karlsruhes, zu identifizieren. Mittels verschiedener „mappings“ wurden räumliche und soziale Parameter der beobachteten, befragten und analysierten Nachbarschaften grafisch dargestellt. Ausgehend von einer thematisch sich zuspitzenden Bestandsaufnahme wurden die Kartierungen in subjektive Interpretationen übertragen. Eine interpretierende Lesart der eigenen Zeichnungen durch die BearbeiterInnen half, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen unterschiedlicher nachbarschaftlicher Raumkategorien differenzierter herauszustellen. So ergab sich für jede der sechs erarbeiteten Methoden eine spezifische Darstellungsweise, die über die Bestandsaufnahme hinausweist, ohne bereits Vorschläge zu formulieren.

die allmende als urbaner typus

SPATIAL COMMONS 2
RECHERCHE- UND KARTIERUNGSSEMINAR
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, TU Berlin 2015

Eine anhaltenden Diskussion spannt sich auf zwischen der Ausbreitung von Commons=Allmenden als Vergemeinschaftung von Wissen und Urheberschaft durch das Internet auf der einen Seite und die zunehmende Einhegung und Verknappung von Ressourcen auf der anderen. Im Seminar haben wir den Blick auf die räumlichen Gemeingüter in unserem direkten Umfeld gelenkt, wo zeitlich und juristisch unsichere Gemeinschaftsprojekte sich gegenüber einer zunehmenden Privatisierung und Überwachung des öffentlichen Raums behaupten müssen. Das Konzept der Commons bietet eine verwalterische Alternative für die städtischen Freiräume.

Mittels einer Commons-Kartierung von sechs Kreuzberger Freiräumen soll eine Begriffsschärfung auf räumlicher Ebene angestossen werden. Welche Spuren von Allmendeartigem Gebrauch lassen sich auf den Plätzen, Grünflächen, öffentlichen Geländen auffinden?

Studierende: Tobias Birkefeld, Carlo Costabel, Claudia Fraust, Paul Klever, Steffen Klotz, Martin Morsbach, Peter Müller, Lukas Pappert, Caroline Pfetzer, Franziska Polleter, Simone Prill, Jens Schulze und Hang Yuan

nachbars gärten

LEHRFORSCHUNGSPROJEKT
Im Rahmen der Akademie einer neuen Gropiusstadt (AnG)
Mit Anita Kaspar
Chair for Urban Design and Urbanization, Prof. Jörg Stollmann, in Kooperation mit Alex Gross, Suran Sichling und Janine Walter, Fachgebiet Bildende Kunst, Prof. Stefanie Bürkle, TU Berlin 2013/2014

In einem partizipativen Entwurfs- und Forschungsprojekt wurden 1:1 Umsetzungen in den Freiräumen der Gropiusstadt gemeinsam geplant. Für konkrete Flächen am Lipschitzplatz wurde mit BetreiberInnen und BewohnerInnen der Gropiusstadt zwei Freiraumkonzepte entwickelt und im Sommer 2014 umgesetzt.

Im monatlich stattfindenden Block-Seminaren wurden innerhalb einer selbst entwickelten ‘Bürostrukur’ alle nötigen Planungsschritte und -leistungen erarbeitet: neben Kartierungs- und Entwurfsarbeit gehörten Detail- und Genehmigungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Beteiligungsworkshops, sowie Budgetierung des partizipativen 1:1 Projekts zu den gemeinsam verantworteten Aufgaben. Methoden des gemeinschaftsbasierten Planens und Bauens waren für alle Projektphasen maßgeblich. Weitere lokale PartnerInnen wie Wohnungsbaugesellschaften, Quartiersmanagement der Gropiusstadt oder das Grünflächenamt/Bezirk Neukölln wurden eingeladen oder besucht, um Konzepte zu besprechen und Strategien zur Umsetzung zu ermitteln.

Die im Wintersemester bis zur Ausführungsreife erarbeiteten Entwürfe “Platzvergoldung” und “Drei Nüsse für Gropiusstadt” wurden im Frühjahr 2014 in Kooperation mit dem Fachgebeit Bildende Kunst und mit unseren PartnerInnen vor Ort umgesetzt