golden dress

ME ! / on demand ... kollektion für maßanfertigungen

Beim Konstruieren von Schnittmustern auf die Masse des Körpers wird eine Projektion der gerundeten Volumen im Masstab 1/1 auf ein flaches Papier gezeichnet. Beim Übertragen der Zeichnung auf einen weichen, sich immer leicht bewegenden Stoff stellt sich eine Unschärfe gegenüber der Konstruktionszeichnung ein; das Zusammennähen des Stoffzuschnitts erhöht diesen Effekt und wirft vielleicht die Frage nach einem Zusammenhang auf zwischen dem unscharfen Teil im Entwurf, der eine Aneignung durch die Nutzer°in ermöglicht, und dem Äquivalent dazu beim Kleidungsstück...

ME ! / ... on demand ist eine Kollektion für Maßanfertigungen. Zehn Prototypen sind aus klassischen Basisschnitten als Lehrstücke am eigenen Leib entwickelt und auf Stoffeigenheiten und persönliches Körpergefühl reagierend zu autonomen Kleiderentwürfen weitergedacht worden. Zur materiellen Umsetzung der Entwürfe dienen Designerfabrikverkäufe in Antwerpen, afrikanische Boutiquen in Brüssel oder Karstadt am Hermannplatz in Neukölln zugleich als Einkaufsorte und Inspirationsquelle. Durch jede weitere Auftragsarbeit in Maßanfertigung wächst die Kollektion weiter.

ME ! / ... ist ein Projekt von Studio Staartster BRLN. Die Kleidungsstücke von ME ! / ... sind als schrittweise Konzeptentwicklung aus dem Arbeits- und Lebenskontext von Studio Staartster enstanden, 2009 in Brüssel gegründet. Das Studio beschäftigt sich unabhängig von technischer Spezialisierung mit räumlichen Konzepten auf allen Maßstabsebenen, von Körperhülle 1 : 1 bis Seekarte 1 : 200 000, und motiviert sich aus dieser Kontinuität, innerhalb derer das Entwerfen und Produzieren von Kleidung als eine von vielen möglichen Stationen gesehen wird.

woning met muziekstudio

UMBAU & ANBAU
Mit Ester Goris
Studio Staartster 2011

Um das in den 70er Jahren komplett überdeckelte Gartengrundstück in eine Wohnung mit Musikstudio zu transformieren, wird in Verlängerung der thermisch geschlossenen ehemaligen Kutschendurchfahrt ein patioartiger Garten über die gesamte Tiefe des Grundstücks zur Belichtung der Wohnräume freigehalten.

Im Bestandsgebäude beginnend reihen sich die verschiedenen Raumprogramme entlang des 6 Meter schmalen Grundstücks auf: Bad, Schlafzimmer, Küche, Wohnbereich und Musikstudio. Wohnraum und Studio sind zum neuen Garten hin vollständig verglast und werden entlang der Grundstückswand durch einen langen Holzschrank begleitet. Das Zentrum bildet ein Kochmöbel, das um die alte Küchenwand greift und das ehemalige Fenster zum Hof mit aufnimmt.

Ein schwerer Samtvorhang wurde zusammen mit den Schiebeglaselementen so konzipiert, daß eine geräuschschluckende Haut sowohl zu den anderen Wohnräumen als auch zur Nachbarschaft hin wirksam wird. Die Schichtung von Alt und Neu sowie Innen und Außen soll die Bewohner zu verschiedenen Varianten der Aneignung inspirieren.

studioestergoris.com

Orte ambulanten Wohnens

DIPLOMARBEIT
Eine Strategie zur Erfindung neuen Wohnraums am Bahnhof Shibuya, Tokio

Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen, Prof. Alex Wall, Prof. Alban Janson, Universität Karlruhe, erster Archpluspreis 2001

Anhand Tokyos spezifischer Wohnkonditionen innerhalb eines hochkomplexen Erschliessungssystems am Bahnhof werden sowohl neue Formen als auch neue Orte des Wohnens aufgespürt. Leitendes Bild ist die Vorstellung vom Sofa auf der Strasse, von Nachbarschaft in Konfrontation mit Anonymität und den Qualitäten, die daraus für den Bewohner erwachsen.

Diese Suche beginnt im stadtanalytischen, um über den architektonischen Masstab zu einem Entwurf für ein Möbel zu gelangen. Auf diesem Wege werden sowohl stadtplanerische Instrumentarien vorgeschlagen, als auch über konkrete Eingriffe am Bahnhof eine neue Art von zu Hause in den zahlreichen Nischen und Resträumen um und in den Verkehrsadern der zeitgenössischen Städte aufgezeigt.

These: das Wohnzimmer im Bahnhof . .
Oder wie weit kann die Interaktion zwischen Wohnraum und Stadtraum gehen? Sind die Auslagerung von Funktionen des Wohnens in den Stadtraum und die Konfrontation des Wohnraums mit dem Stadtraum eine Möglichkeit, die urbane Dichte in den Bahnhöfen Tokyos als Wohnumfeld nutzbar zu machen und somit die Stadt unter Beibehaltung ihrer vernetzenden Qualitäten wieder kompakter werden zu lassen?

Was bleibt vom Haus.

archplus.net/home/archiv/artikel/46,113,1,0.html